TRAUTLINDE MINUZZI, "Menschenminiauturen"
Rheinische Musikschule, Köln-Ehrenfeld
09. April bis 09. Mai 2008
Trautlinde Minuzzi widmet sich in "Menschenminiaturen" dem Abbild des
Menschen in besonderer Weise. Ironisch, als liebenswert widmet sie sich den Geschlechterrollen und
Klischees, mit doppelbödigen, mehrfach gebrochenen Bildkompositionen. Sie sind kleine Bildgeschichten
zwischen traditioneller Miniatur und Comicbild. Großförmige Menschenfiguren korrespondieren mit
Zitaten alter Meister. In "Schwestern" beispielsweise posiert eine großflächige, nackte Frau vor
einer "Mona Lisa"-Abbildung. Nur wenige Zentimeter misst ein solches Ölbild. Ähnlich verfährt
Minuzzi mit einem Zitat in "Elisabeth". Das kleine nackte Wesen bestaunt das überdimensionale "Vorbild".
Mit ihren winzigen Bildtafeln zwingt die Künstlerin den Betrachter, sich dem Dargestellten in
buchstäblichem Sinne zu nähern. Die Entschlüsselung der Geschichte von Ideal und Realität,
von Frauenbild und Verklärung, von Schönheit und Schein ist nur bei physischer Annäherung
möglich.
Was aber ist das Monströse in ihrer Miniatur? Ist es die Reduzierung einer Überhöhung?
Das Zurechtstutzen menschlicher Größe auf Normalmaß? Trautlinde Minuzzi sagt über
ihre Bilder: "Der Mensch in meinen Bildern bietet trotz der meist miniaturhaft kleinen Formate eine Menge
Angriffstfläche."
Geboren ist Trautlinde Minuzzi 1958. Sie studierte an der Kölner Fachhochschule für Kunst und Design. 1989 wurde sie Meisterschüülerin bei Professor Dieter Kraemer. Neben verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen widmete sie sich der Kunsterziehung für Kinder.