SIGRID RAFF, "Wände"
Hochbunker, Köln-Ehrenfeld
10. Oktober bis 15. November 2008
Ehrenfeld-Hopping: 11. Oktober, geöffnet 15 - 24 Uhr
Kunstverein Kultur Köln 30 zeigt "Wände" von Sigrid Raff im Hochbunker Körnerstraße.
Die Künstlerin zeigt verschiedene monochrome und verschiedenfarbige, zum Teil großformatige Bildtafeln,
nach Themengruppen geordnet. Raff hat eine Vorliebe für natürlich Farben und Materialien. Erde, Asche, Pigmente,
Wachs, Wasser und Eiklar gehören zu ihren bevorzugten Werkstoffen, die sie in unterschiedlicher Weise auf Leinwand
überträgt. Erden verschiedener Regionen werden mit Wasser gelöst und flüssig aufgetragen. Als Bindemittel
nimmt sie Eitempera. Zum Abschluss erhalten die so entstandenen farbigen Tafeln eine Firnis aus Wachs. Sigrid Raff arbeitet
zudem gerne mit den kräftigen Grundfarben blau, gelb und rot. Es entstanden Farbquadrate in unterschiedlichen
Größen, coloriert durch natürliche Pigmente mit Eiklar gebunden. Mit einen nahezu spielerischen Farbauftrag
auf weißer Grundierung erzielt sie zudem eine verblüffende Transparenz der nacheinander aufgetragenen Farbschichten.
Ihre Arbeit mit wassergelöster Erde ist in gewisser Weise auch politisch zu nennen. "Der Anteil an reinem Wasser und reinen
Erden auf der Welt nimmt ständig ab", merkt sie an, "so wie die Zersiedelung unserer Landschaft Zug um Zug Erde aus unserem
Blick verschwinden lässt." Ein weiteres großes Projekt, das nahezu abgeschlossen ist, bedeutet Dantes "Göttliche
Komödie" in Form von Schriftbildern. 60 Bildtafeln und ein Buch aus Leinen und Wachs umfasst die seit sieben Jahren
währende Arbeit. Mit einer Feder überträgt siet das literarische Werk und widmete sich der Fortschreibung eines
Stückes Weltliteratur, vielleicht auch der symbolischen Fortschreibung unserer aller Leben.
Zum Ehrenfeld-Hopping am 11. Oktober wird
"Wände" besonders lange geöffnet sein. Auch für Bewirtung ist gesorgt. Bereits die
Bunker-Installation "Ik-Arien" von Hildegard Weber lockte im vergangenen April Hunderte in den Bunker und sorgte so für
ein kulturelles Durchatmen im Rahmen unzähliger Kneipenbesuche.
Sigrid Raff ist 1942 in Brakel, Kreis Höxter geboren. 1964-1968 Studium der Sprachwissenschaft in Paris
und London. Es folgte freie Malerei. Seit 1980 regelmäßige Gruppen- und Einzelausstellungen. Ab 1989 Beginn ihrer
Erdbilder. 2001 startete sie ihr Schriftbilder-Projekt "Göttliche Komödie". Sigrid Raff lebt und arbeitet in Köln.