Plakat der 1. Imagekampagne Ehrenfelder Kulturschaffender Kultur Köln 30 und Ehrenfeld

Kunst und in Kultur in Ehrenfeld ist eine feste Größe in Köln-Ehrenfeld. Auch in der Kölner Stadtentwicklung ist der Stadtteil ohne seine vielfältigen Kulturbetriebe kaum noch vorstellbar. Sogar das Einladungsplakat zu traditionellen Straßenfest auf der Venloer Straße trägt einen ausgelobtes Kunstmotiv.

Seit in den frühen 80er Jahren eine Hand voll Künstlerinnen und Kunstinteressierte zusammenhockten, um der damaligen Industriewüste Ehrenfeld kulturelles Leben einzuhauchen, ging´s nur noch steil nach oben. Ein großes Skulpturenprojekt im Jahre 1982 -von Künstlern selbst organisiert- war der Anfang. Es folgten die ersten Kulturtage und die Gründung des Ehrenfelder Kunstvereins 1985. Keimzelle war das Atelier Sömmering. Von dort nahm alles seinen Lauf, so besonders in den folgenden Jahren die konzertierte Kunstveranstaltung TATAWEST. Ende der 80er entstanden schließlich die ersten professionellen Veranstaltungsorte, mitunter von überregionaler Bedeutung, wie das "Underground", die "Live Music Hall", das "Herbrand´s" und das "Loft", sowie die "Balloni Hallen" und "KultTor 5". Nach dem Atelier Sömmering etablierten sich die Galerien Thor Zimmermann, Berners, Jürgen Bahr und Kunstgewinn. Auch "Der Andere Buchladen" wurde mit Lesereihen zu einem wichtigen Impulsgeber. Die Blütezeit der unabhängigen Theater zählte man fünf Theatern vor Ort (zweimal Stammstraße, Ehrenfeldgürtel, Platenstraße und Thebäerstraße). Verschiedene Kunst- und Kulturvereine sorgen seither für bunte Vielfalt. Nach dem Ende des Ehrenfelder Kunstvereins, der sich zuletzt mit TATA OST dem künstlerischen Austausch mit Künstlergruppen Leipzigs widmete, etablierte sich der neu gegründete Kunstverein Kultur Köln 30. Neben kleineren Projekten organisierte er ambitionierte Ausstellungen und Einzelveranstaltungen. So sind Höhepunkte zu nennen, die im Hochbunker in der Körnerstraße ein interessiertes Kunstpublikum anzogen. Große Ausstellungen, wie "Das Leben der Jüdin Felice Schragenheim", "Never Trust Biographies" oder "60 Jahre Sieg" fanden breite Resonanz. Diese alle waren vom Kunstverein Kultur Köln 30 organisiert.

1993 wurde dieser Verein aus dem Arbeitskreis Kultur der Bezirksvertretung Ehrenfeld heraus gegründet. Während fast 25 Jahren wurde dieser Verein zu einem wichtigen Faktor für das Kunst- und Kulturangebot in Ehrenfeld. Dem Verein gelang es mehrmals, für eine beispiellose konzertierte Werbeaktion aller Ehrenfelder Kulturbetriebe und Institutionen an einen Tisch zu holen. Unter dem Titel "Kulturziele Ehrenfeld" wurde für den Kulturstandort Ehrenfeld Stadtweit geworben. Mit jeweils 2000 Plakaten und 40.000 Postkarten warben die Kulturschaffenden für das Ereigniszentrum im Westen Kölns.

Zunächst nur auf die jährliche Ausrichtung der Ehrenfelder Kulturtage eingestimmt, widmet sich Kultur Köln 30 seit 1996 einer Vielzahl von Einzelevents in den Bereichen Malerei, Fotografie, Video, Performance bis zu Musik und Theater.
Zwar besitzt der Verein seit 2011 keine eigenen Galerieräume mehr, doch verstanden es seine Macher unterschiedliche Orte wie den Hochbunker mit aufwändigen Installationen, die Galerie im Bezirksrathaus mit Malerei oder den Veranstaltungssaal der Rheinischen Musikschule mit hochrangiger Comic-Kunst zu bespielen.

Besonderes Augenmerk gilt seit 2002 dem Ehrenfelder Kunstpreis, dessen Gewinner oder Gewinnerin das Motiv auf dem Einladungsplakat zum Ehrenfelder Straßenfest auf der Venloer Straße stellt. Nicht nur die Siegprämie von 1000 Euro sind für Kunstschaffende verlockend, sondern auch die intensive Würdigung durch die Presse und die auffallende Präsenz der eigenen Arbeit in der gesamten Stadt.

Sanierungszeitung, September 2000