Kunst und Kultur sind für Köln-Ehrenfeld zur festen Größe geworden. Heute bringt jeder
Kölner diesen Stadtteil mit seinen gut 30 Orten in Verbindung, in denen regelmäßig Film,
Theater, Lesung, Ausstellung und Musik angeboten werden. Unternehmen nutzen die Kulturangebote längst
zu Werbezwecken. Gerade junge Firmen siedeln sich hier an, weil das Umfeld stimmt. Nicht zu vergessen sind
die gastronomischen Anreize, die mit den Kulturorten einhergehen.
Presseartikel zu Kulturziele (PDF, 236 kb)
Der Ehrenfelder Einzelhandel profitiert ebenfalls von dem Image, das Ehrenfelder Kulturschaffende in den
letzten 25 Jahren geprägt haben. Das alljährlich Plakat zum traditionellen Straßenfest
der Venloer Straße glänzt mit einem künstlerischen Beitrag. Bei dem alljährlichen
Plakatwettbewerb wird ein Preis für den besten Entwurf ausgelobt.
Die Entwicklung begann Ende der 1970er Jahre. Immer mehr Gewerbebetriebe verließen den Stadtteil und zogen in die ausgewiesenen Gewerbezonen am Stadtrand. In die nun frei werdenden, damals noch preiswerten Räume, rückten Künstlerinnen und Künstler nach. Wenige Jahre später setzten sich einige von ihnen zusammen, um auf sich aufmerksam zu machen. Erste Veranstaltungen wurden organisiert. Ein großes Skulpturenprojekt war 1982 der Startschuss für viele Kunstereignisse im Viertel. Es folgten sogenannte Kulturtage mit Kunstereignissen an mehreren Orten. Eine der Keimzellen im Stadtteil war das Atelier Sömmering in der Sömmeringstraße, der erste echte Kunstort in Ehrenfeld.
1985 wurde der Ehrenfelder Kunstverein gegründet, der mit seiner Großveranstaltung TATAWEST einen Meilenstein in der kulturellen Entwicklung Ehrenfelds setzte. Bis zu 100 Künstelrinnen und Künstler nahmen an unzähligen Orten Teil und machten das Ereignis zur größten, nicht städtischen Kunstschau in Deutschland.
1988 sorgte die Ausstellung mit Felix Droese im Hochbunker in der Körnerstraße überregional für Aufsehen. Seither gehört der Bunker mit seinem herben Charme zum festen Bestandteil des kulturellen Gefüges in Köln. Der Verein Kultur Köln 30, im Jahr 1993 aus einem Arbeitskreis der Bezirksvertretung heraus gegründet, begann zunächst mit der Fortschreibung sogenannter Kulturtage.
Seit dem Jahr 1996 konzentrierte sich der Verein allerdings auf große und kleine Einzelprojekte. "Das Leben der Jüdin Felice Schragenheim" (1998) oder das Installationsprojekt "Never Trust Biographies" (1999) mit Andrea Morein gehörten zu den herausragenden Ausstellungsprojekten im Bunker. Mehrere Jahre war der Bunker behördlich geschlossen. Im Jahr 2007 wurde mit der Installation "60 Jahre Sieg" von Marina Naprushkina die Ausstellungstätigkeit im Bunker fortgesetzt.
Zu mindestens acht Veranstaltungen lädt Kultur Köln 30 jedes Jahr ein. Vier Ausstellungen mit
Malerei, Zeichnungen oder Fotografie werden im Bezirksrathaus gezeigt. Zweimal präsentiert der
Verein in der Rheinischen Musikschule an der Vogelsanger Straße Comic-Kunst oder Künstler,
die sich einer Comic-Ästhetik bedienen. Genauso oft nutzt Kultur Köln 30 künftig den
Hochbunker für umfangreiche, ambitionierte Kunstereignisse.